Warum eine Puls-Uhr nicht für immer dicht hält…

Dienstag, 15. Juli 2008 | 

Selbst wenn die Eigenschaft „wasserdicht“ in der Beschreibung zugesichert wird, ist es eine Tatsache, dass diese Eigenschaft nicht von immerwährender Dauer ist. Wie alle Verschleißteile, seien es nun Keilriemen oder Auspuffe beim Auto, Dichtungen an Wasserhähnen, Zeilentrafos bei Fernsehern oder Treibriemen bei Waschmaschinen, sind auch Gummi- oder Kunststoffdichtungen in Uhren von Alterung und Verschleiß betroffen. Dies geschieht entweder durch Aushärten des Weichmachers im Kunststoff, wodurch die Glas- oder Gehäusedichtung porös werden, oder durch Zerfressen der Gummidichtungen am Gehäuseboden oder der Krone durch Schweiß, Salzwasser oder Schmutz. Auch durch Stöße auf die Krone oder das Glas oder Verkanten des Gehäusebodens beim Schließen, können Dichtungen beschädigt werden. In allen Fällen sind die Dichtungen nur im Neuzustand und nur auf eine bestimmte Zeit in der Lage, ihre normale Aufgabe zu erfüllen, und müssen danach ersetzt werden. Manchmal lösen sich Gummidichtungen bei Luftabschluss durch chemische Reaktionen auf und bleiben als schwarze, pechartige Masse in den GPolar Pulsmesser Pulsuhren.de Shopehäusewindungen kleben. Was passiert, wenn man sich hinfort nicht mehr darum kümmert, wird hier beschrieben: Die Folge der verloren gegangenen „Wasserdichtigkeit“ ist das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit in das Gehäuse. In schlimmen Fällen sind es meistens „ertrunkene“ Uhren, bei denen das von Rost bräunlich eingefärbte Wasser in kleinen Tröpfchen unter dem Glas kondensiert ist oder gar wie bei einer Waschmaschine vor dem Schleudern auf „halb Acht“ steht. Zu allem Übel liegt meist der „Wasserschaden“ schon mehrere Wochen zurück, aber „die Uhr ist ja bis heute einwandfrei gelaufen“. Hierzu ist zu sagen, dass selbst bei wasserdicht konstruierten Uhren, sehr wohl in ungünstigen Situationen Feuchtigkeit ins Gehäuse eindringen kann, diese aber von alleine nicht wieder aus dem Gehäuse entweichen wird. Gemäß den physikalischen Gesetzmäßigkeiten kondensiert Feuchtigkeit immer an der kältesten Stelle des Körpers, in dem sie eingeschlossen ist. Wenn die Uhr am Handgelenk getragen wird, ist der Temperaturunterschied vom Gehäuseboden, der auf dem Arm aufliegt, zum Glas, das der Umgebungsluft oder im Winter dem Fahrtwind beim Skifahren ausgesetzt ist, so groß, dass sich die eingeschlossene Feuchtigkeit auf der Innenseite des Glases niederschlägt. Diese Tatsache macht man sich bei der Prüfung der Wasserdichtigkeit von Uhren zu nutze, indem man die Uhren einige Zeit in ein Wasserbad legt, sie herausnimmt und anschließend erwärmt, und dann einen Tropfen kaltes Wasser auf das Glas träufelt. Ist durch das „Einlegen“ in Wasser Feuchtigkeit, selbst in geringsten Mengen in die Uhr eingedrungen, so schlägt sich diese auf der Innenseite des Glases unter dem Tropfen nieder. Wischt man den Tropfen ab, und kein Beschlag ist sichtbar, hat die Uhr diesen Teil der Prüfung bestanden.

Die eingeschlossene Feuchtigkeit in der Uhr bleibt natürlich im Innern der Uhr und wenn man die Uhr ablegt, verteilt sich diese Feuchtigkeit gleichmäßig in der Uhr und liegt natürlich auch auf allen Werkteilen, wodurch alle Teile der Uhr, die aus konstruktiven Gründen nicht aus Edelstahl gefertigt werden können, rosten. Je länger die Feuchtigkeit im Gehäuse verbleibt, desto größer der entstehende Schaden. Am besten, Sie gehen sofort zu einem qualifizierten Uhrmacher und lassen die Uhr wenigstens austrocknen. Bei der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Sie das Werk kontrollieren und gegebenenfalls reinigen lassen, aber auf jeden Fall das Leck in Ihrem Uhrengehäuse abdichten lassen. Wasserdichte Gehäuse müssen regelmäßig auf ihre Dichtigkeit überprüft werden, denn selbst die besten Taucheruhren, die in Tiefen von 300 oder mehr Metern unter Wasser benutzt werden können, haben Dichtungen, die beizeiten ersetzt werden müssen. Berufstaucher tragen ihre Uhren, denen sie immerhin ihr Leben und ihre Gesundheit anvertrauen, nur während des Tauchganges, um sie bei Stößen am Land nicht zu beschädigen. Eine auch nur leicht angeschlagene Krone, deren Verformung man mit bloßem Auge kaum sehen kann, führt schon zum massiven Wassereinbruch und damit zum Schaden am Uhrwerk.

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Thema: Pulsmesser

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Ein Kommentar

  1. 1
    Tommi 

    Leider musste ich bei meiner Polar M61 auch die Erfahrung machen, dass nach einem „Do it yourself“-Austausch der Batterie Feuchtigkeit in´s Gehäuse gelangte.
    Zunächst dachte ich, eine zeitlich ausreichende Trocknung über dem Heizkörper würde genügen, um die Technik wieder trocken zu legen, aber Pustekuchen: Nach und nach hat sich die Displayanzeige bzw. deren Darstellung aufgelöst.
    Und dies, obwohl ich nach dem Austausch der Batterie die Uhr zur Reinigung nur am Armband unter fliessenden Wasser hielt, den Uhrenkörper selbst lediglich feucht abwischte.
    Denn auch die Feuchtigkeit die der Körper über das Handgelenk während der körperlichen Belastung ausscheidet, genügt wohl, um das Innenleben der nun ungesicherten Uhr zu gefährden.
    So muss ich nun eine neue Uhr kaufen.
    Denn effektives Training ist ohne Herzfrequenzkontrolle nur schwer durchführbar.
    Gruss aus Rodgau,
    Tommi

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